KI beeinflusst zunehmend alltägliche Entscheidungen rund um unsere Ernährung. Dabei bestimmen die Algorithmen inzwischen maßgeblich, wonach Käufer*innen suchen, was sie sehen und was sie letztendlich kaufen.[a]
Die Konsequenz: Marken müssen nun nicht nur die Aufmerksamkeit der Verbraucher*innen gewinnen, sondern auch die der Algorithmen, wenn sie im diesem sich schnell verändernden Umfeld wachsen wollen.
„KI hilft unseren Power Brands, in beiden Bereichen zu überzeugen“, sagt Olivia Kirby, Director of Integrated Demand Generation, Unilever Foods.
„Sie treibt die Innovation, Sichtbarkeit und Personalisierung voran, die wir benötigen, damit unsere Power Brands, darunter Hellmann’s und Knorr, ebenso wie Unilever Food Solutions, jung, authentisch und relevant bleiben.“
Relevant bleiben für Verbraucher*innen, Algorithmen und Sprachmodelle
Wie in den meisten Branchen wird die Produktsuche auch bei Lebensmitteln zunehmend von KI-gestützter Suche und Kommunkationstools bestimmt. In der heutigen Handelslandschaft müssen Marken nicht nur im Regal, sondern auch in den digitalen Suchergebnissen präsent sein.
Forschungen zeigen, dass fast 50 % der Nutzer*innen von KI-Suchen ihre Kaufentscheidungen für Lebensmittel und Getränke mit Hilfe von KI-Agenten treffen. Allein auf ChatGPT werden 29.000 Fragen pro Sekunde gestellt (Quelle: OpenAI 2025). In dieser Informationsflut sichtbar zu bleiben, ist für Unternehmen geschäftskritisch geworden.
„Um zu verstehen, wie unsere Marken in großen Sprachmodellen (LLMs) abschneiden, nutzen wir entsprechende Tools, die die Sichtbarkeit in den KI-Antworten ermitteln. So können wir etwaige Lücken identifizieren und unsere Content-Strategien bei Bedarf verfeinern“, sagt Meenakshi Burra, Foods Chief Digital & Information Officer und Chief Data Officer bei Unilever.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel zeigte sich im Vorfeld des Super Bowls 2026 in den USA, als unsere Marke Hellmann’s feststellte, dass sie bei den Antworten zur Suchanfrage „Sandwich-Rezepte für den Spieltag“ nicht ausreichend vorkam.
Nachdem erkannt worden war, dass die geringe Sichtbarkeit der Marke auf einen Mangel an Inhalten im Listenstil zurückzuführen war, reagierte Hellmann’s mit einer schnellen Überarbeitung der Website. Dabei wurden eine eigene Spieltag-Sandwich-Liste erstellt, Beschreibungen mit relevanten Schlüsselwörtern aktualisiert, bestehende Inhalte in KI-freundliche Listenformate umgestaltet sowie der Rezeptbereich der Marke erweitert.
Mit Erfolg: Hellmann’s konnte sich im Sichtbarkeitsranking um 10 Plätze verbessern und die Benchmark des Gesamtsichtbarkeitswert von 10 % nahezu verdoppeln. Dadurch stieg die Wahrscheinlichkeit deutlich, bei der KI-Suche von Verbraucher*innen nach relevanten Rezepten als Empfehlung angezeigt zu werden.

Innovation beschleunigen: vom Konzept bis in den Einkaufswagen
Doch Sichtbarkeit ist nur der erste Schritt, um den Umsatz zu steigern. Marken müssen relevant bleiben, indem sie Produkte anbieten, die zum Kochverhalten der Verbraucher*innen in der heutigen digitalen Welt passen, in der sich Food-Trends in beispiellosem Tempo verändern.
„Ernährungstrends werden nicht mehr in Jahren gemessen; sie bewegen sich im Tempo des kulturellen Austauschs“, sagt Olivia.
„Was heute viral geht, kann beeinflussen, was die Menschen morgen kochen wollen. Um relevant und begehrenswert zu bleiben, müssen Marken sich mit hoher Geschwindigkeit weiterentwickeln – und genau deshalb ist KI für unsere Marken so wichtig.“
Um dies zu gewährlisten, nutzen unsere Forschungs- und Entwicklungsteams bei der Produktentwicklung KI, um Innovationen zu beschleunigen und damit unsere Marken erfolgreich bleiben. Anstatt Ideen einzeln zu testen, kann die KI in Sekundenschnelle Tausende von Rezeptvariationen analysieren.
„Für unsere Wissenschaftler*innen im Bereich Foods spart die Nutzung von KI nicht nur Zeit. Sie verändert die Art und Weise, wie wir entdecken, zusammenarbeiten und Innovationen entwickeln“, erklärt Heike Steiling, Chief R&D Officer Foods, und fügt hinzu, dass die KI dennoch kein Ersatz für menschliche Kreativität ist.
„Tatsächlich ist KI ein Werkzeug, das unseren Entwickler*innen die Zeit verschafft, um ihre kulinarische Kreativität zu entfalten.“
Mithilfe von Mustern, die die KI in Geschmacksrichtungen, Produktdaten und im Feedback von Verbraucher*innen erkennt, kann sie Prognosen erstellen, welche Produktvarianten Verbraucher*innen mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorzugen werden. So können Teams frühzeitig den besten Weg gehen und mit deutlich größerem Vertrauen sowie höherer Präzision in die reale Testphase starten.
Ein herausragendes Beispiel sind die Kochpasten von Knorr. Mithilfe der KI testeten die Forschungs- und Entwicklungsteam eine große Bandbreite an Rezepturen zunächst rein digital. Erst danach startete die reale Testphase. Die Vorab-Analyse der besten Geschmacks- und Texturkombinationen ersparte dem Team unzählige praktische Versuche – und konnte die Entwicklungszeit um die Hälfte verkürzen.

Hyper-Personalisierung bei Unilever Food Solutions
Laut Studienergebnissen fordern 71 % der Kund*innen auf sie zugeschnittene Interaktionen mit Unternehmen. Die Personalisierung gehört damit zu den zentralen Erwartungen, die wir mithilfe von KI erfüllen können.[b]
So setzt beispielsweise unser B2B-Geschäft Unilever Food Solutions (UFS) auf KI, um maßgeschneiderte Empfehlungen bereitzustellen – ein entscheidender Hebel, der Gastronomiebetrieben zu einem Wettbewerbsvorteil verhilft.
Während andere Systeme lediglich das Internet nach Informationen durchsuchen, setzt UFS auf eine eigene Datenbasis, Branchen- und Trendanalysen, 35.000 von Köchen entwickelte Rezepte sowie die Expertise von 250 UFS-Köch*innen aus 75 Ländern.
„Wir kombinieren dieses starke Datenfundament mit den echten Geschäftsdaten der Gastronomen, wie Website-Informationen, Speisekarten, Rezensionen und öffentlich zugänglichen Inhalten aus den sozialen Medien. Das Ergebnis ist eine Echtzeit-Analyse, die maßgeschneiderte Lösungen und Empfehlungen liefert. So gehen wir direkt auf die echten Herausforderungen und Chancen jedes einzelnen Betriebs ein“, sagt Nuria Hernández-Crespo, CEO von UFS.
„Hier wird KI mit echtem Sinn und Zweck eingesetzt. Wir können so Daten in praktische Erkenntnisse übersetzen, die Gastronomiebetrieben und UFS gleichermaßen helfen, erfolgreich zu sein - jetzt und auch in Zukunft.“
Häufig gestellte Fragen
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Wie wird die KI bei Innovationen eingesetzt?
Bei Unilever analysiert die KI Daten von Verbraucher*innen, aktuelle Trends und die Produktleistung, damit unsere Marken schneller neue Produkte entwickeln können.
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Wie unterstützt die KI bei der Entwicklung von Lebensmittel-Innovationen?
KI hilft Unilever, gute Rezepte zu entwickeln, Zutaten zu optimieren und Forschungs- und Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.
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Wie verkürzt die KI die Entwicklungszeit bei Innovationen?
Mithilfe von KI kann Unilever alles im Vorfeld simulieren – die Produktqualität ebenso wie Präferenzen der Verbraucher*innen oder das Testen neuer Produkte auf den Produktionslinien. In der Verpackungsentwicklung kann die KI vorhersagen, wie sich Formulierungen in Flaschen verhalten, und so Verbesserungen wie die Hellmann’s Easy-Out-Squeezer-Flaschen ermöglichen. Dadurch können Monate physischer Tests eingespart werden. Im Ergebnis kann Unilever mit Hilfe der KI erfolgreiche alternative Rezepturen und nachhaltigere Produkte in deutlich kürzerer Zeit entwickeln. Dies wiederum trägt dazu bei, Lieferkettenrisiken zu verringern, Abfall zu minimieren und unser Unternehmenswachstum zu fördern.
