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Warum und auf welche Weise verstärken wir unser Engagement für das Klima?

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Damit wir unsere ehrgeizigen Klimaziele erreichen können, müssen wir unsere Lobbyarbeit für Veränderungen auf Systemebene verstärken, mit deren Hilfe sich Hindernisse für eine schnellere Emissionsreduzierung beseitigen lassen. Was aber beinhaltet diese Arbeit und wie gehen wir sie an?

Ein Klimawandel-Konferenzraum bei den Vereinten Nationen
Thomas Lingard, Global Climate Advocacy & Sustainability Strategy Director
Thomas Lingard, Global Head of Sustainability – Environment bei Unilever

Im Rahmen unseres Aktionsplans für Wachstum – und um Fortschritte bei der Nachhaltigkeit außerhalb unseres direkten Einflussbereichs voranzutreiben – verstärken wir unsere Bemühungen um Möglichkeiten, die eine Umgestaltung der globalen Wertschöpfungskette, technologische Innovationen und öffentliche Maßnahmen erfordern, um diese umsetzbar und finanziell möglich zu machen.

In unserem aktualisierten Climate Transition Action Plan (CTAP) ist beschrieben, wie wir durch eine engere Zusammenarbeit und durchsetzungsstärkere politische Einflussnahme systemischer vorgehen und uns auf die Bereiche konzentrieren wollen, in denen wir die größte Wirkung erzielen können.

Wir sprachen mit Thomas Lingard, unserem Global Head of Sustainability – Environment, um herauszufinden, was das in der Praxis bedeutet.

Warum ist Interessenvertretung so wichtig?

Wir müssen die Regeln der Weltwirtschaft umschreiben, um den Wandel hin zur Schadstofffreiheit zu unterstützen. Und das erfordert politische Veränderungen.

Hierzu müssen die Unternehmen die von ihnen gewünschten Veränderungen und die Hindernisse, denen sie sich gegenübersehen, offen ansprechen. Wenn die Unternehmen Druck ausüben, können die Regierungen Gesetze erlassen, die für gleiche Wettbewerbsbedingungen sorgen und Anreize schaffen, um weitere Schritte in diese Richtung zu unternehmen. Eine starke Klimapolitik kann das richtige Umfeld für Unternehmen schaffen, damit sie schnell und umfassender handeln können.

Welche systemischen Veränderungen muss es also geben?

Unser aktualisierter Climate Transition Action Plan enthält sowohl Forderungen, die den Wandel in der gesamten Wirtschaft unterstützen, als auch solche, die sich speziell auf die Systeme beziehen, zu denen wir gehören.

Erneuerbare Energien sind der Schlüssel zu einem Großteil dieser Umgestaltung. Als Teil der RE100-Initiative, in der sich Hunderte von Unternehmen zusammengeschlossen haben, die zu 100 % auf Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen wollen, tragen auch wir dazu bei, die Nachfrage nach sauberen Energielösungen weltweit zu forcieren. In jüngster Zeit hat RE100 diese Forderung genutzt, um strategisch auf die Politik in wichtigen asiatischen Märkten Einfluss zu nehmen.

Im Jahr 2023 unterzeichnete Unilever darüber hinaus einen offenen Brief (PDF 2 MB), in dem die politischen Entscheidungsträger aufgefordert wurden, die weltweiten Kapazitäten für erneuerbare Energien bis 2030 zu verdreifachen, was von den Staatsoberhäuptern auf der COP28 dann auch beschlossen wurde. Diese Art von politischem Wandel wird uns dabei helfen, bis 2030 auf 100 % erneuerbare Energien umzusteigen, und auch unsere Zulieferer bei der Dekarbonisierung ihres eigenen Betriebs unterstützen.

Wie lauten nun unsere Forderungen im Einzelnen?

Ein gutes Beispiel ist die regenerative Landwirtschaft. Dieser nachhaltige Ansatz in der Agrarwirtschaft ist für unser Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da er dazu beiträgt, die Lebensmittelsicherheit und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette durch ein Angebot von Agrarrohstoffen zu gewährleisten. Ebenso trägt er zur Reduzierung der Emissionen von Unilever bei.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2030 regenerative Landwirtschaftsmethoden auf 1 Million Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche einzuführen. Zudem handelt es sich hierbei um ein wichtiges Handlungsfeld, um unser neues wissenschaftlich fundiertes Ziel zu erreichen, die Treibhausgasemissionen aus Wäldern, Böden und der Landwirtschaft bis 2030 um 30,3 % im Vergleich zu 2021 zu senken.

Hierzu benötigen wir jedoch eine Politik, die uns bei der Umsetzung unterstützt. Aus diesen Gründen setzen wir uns für ein Regelwerk ein, das den Landwirten die Umstellung auf regenerative Verfahren und deren Aufrechterhaltung erleichtert, einschließlich von Anreizsystemen und finanzieller Unterstützung. Wir arbeiten an diesen Zielen bereits in den USA, der EU und Indien und wollen sie auch auf andere Regionen ausweiten.

Auf der COP28 haben wir in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und hochrangigen Klimaschützern den COP28-Aktionsplan für regenerative Landschaften ins Leben gerufen, der Organisationen der Ernährungswirtschaft zusammenbringt, um die regenerative Landwirtschaft durch Projekte in 110 Ländern auszubauen.

Thomas Lingard speaking at the United Nations Climate Change Conference.

Ein weiteres Beispiel sind Chemikalien. Da sie der Schlüssel zur effektiven Entfernung von Schmutz und Flecken sind, haben sie für unsere Haushaltsreinigungsprodukte entscheidende Bedeutung. Daher ist eine Senkung der Emissionen, die von uns gekaufte Chemikalien verursachen, ein wesentlicher Bestandteil unseres Climate Transition Action Plan.

Im Anschluss an eine von Unilever (PDF 2.57 MB) im vergangenen Jahr in Auftrag gegebene Studie, in der die erforderlichen Maßnahmen aufgezeigt wurden, um die CO2-Emissionen alltäglicher Reinigungs-, Wasch- und Haushaltspflegeprodukte zu senken, fordern wir nun ein Umdenken in der Branche. Chemische Inhaltsstoffe, die nicht aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden, müssen in großem Umfang und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein. Um dies zu verwirklichen, bedarf es national umgesetzter, aufeinander abgestimmter Maßnahmen, um den erforderlichen Wandel herbeizuführen.

Dazu ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir die externen Interessenvertreter für diese Herausforderungen sensibilisieren. Deshalb haben wir vor kurzem in Brüssel eine Podiumsveranstaltung veranstaltet, an der politische Entscheidungsträger der EU sowie Vertreter der Gewerkschaften und der Industrie teilnahmen, um die politischen Maßnahmen zu erörtern, die zur Verringerung der Emissionen durch chemische Inhaltsstoffe erforderlich sind.

Auch in Indien treiben wir ein Umdenken voran und arbeiten eng mit der Koalition für Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft zusammen, einer G20-Initiative, die vom indischen Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Klimawandel unterstützt wird und im Verband der indischen Industrie- und Handelskammern angesiedelt ist. Im Rahmen dieser Plattform führt Unilever den Vorsitz einer Arbeitsgruppe zum Thema „Alternative Stoffe in der chemischen Industrie".

Wie arbeiten wir mit Bündnissen und Wirtschaftsverbänden zusammen?

Damit unsere Lobbyarbeit Wirkung zeigt, benötigen wir die Unterstützung anderer einflussreicher Akteure, deren Wort bei den Regierungen Gewicht hat. Dazu gehören auch branchenübergreifende Koalitionen, die Pionierarbeit auf dem Weg zur Schadstofffreiheit leisten wollen.

So arbeiten wir beispielsweise mit dem WBCSD und der Exponential Roadmap Initiative sowie der We Mean Business Coalition mit ihrer Kampagne Fossil to Clean zusammen, um den Übergang zu sauberer Energie weltweit zu beschleunigen.

Gleichzeitig drängen wir unsere Wirtschaftsverbände zu mehr Transparenz in Bezug auf ihre eigenen Standpunkte und Aussagen zum Thema Klima. Anfang dieses Jahres haben wir unseren ersten Bericht zu unserem klimapolitischen Engagement veröffentlicht. In den Bereichen, in denen dieser Verbesserungspotenzial aufzeigte, fordern wir die Verantwortlichen auf, sich stärker zu engagieren.

Sind Sie optimistisch, was die Auswirkungen der Interessenvertretung durch Unternehmen angeht?

Absolut. Die Unternehmen sind sich der systemischen Natur der Herausforderungen beim Erreichen der Schadstofffreiheit sehr wohl bewusst. Es reicht nicht mehr aus, einfach nur erneuerbare Energien zu nutzen. Die Unternehmen haben erkannt, dass sie bei allen politischen Maßnahmen, die ihr Geschäft betreffen, ein Mitspracherecht haben müssen, insbesondere dann, wenn sie ehrgeizige Klimaziele erreichen wollen.

Wenn Sie mehr über unsere aktualisierten Verpflichtungserklärungen zu den Themen Klima, Natur, Kunststoffe und Lebensgrundlagen erfahren möchten, besuchen Sie unseren Sustainability Hub.

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