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Auch auf internationaler Ebene engagieren wir uns stark für soziale Projekte und den Kampf gegen Armut. 2003 und 2004 haben wir mit der Organisation für fairere Globalisierung Oxfam eine Untersuchung in Indonesien durchgeführt.

Der Kampf gegen die Armut

Ausgangspunkt war die Frage, ob internationales wirtschaftliches Investment den Kampf gegen Armut unterstützt oder eher behindert? Zwei Jahre lang untersuchte Oxfam den sozioökonomischen Einfluss unsere Geschäfts in Indonesien. In diesem großen Land verkaufen wir Seife, Sojasauce, Eiscreme und Mittel gegen Moskitos. Die Hälfte der Verbraucher lebt hier von weniger als 2 Dollar am Tag. 

Beide Partner betraten mit der Kooperation Neuland – erstmals lud Unilever eine nichtstaatliche Organisation ein, Geschäftsunterlagen zu untersuchen und Mitarbeiter zu befragen. Dahinter steht der Wunsch, am globalen Bemühen mitzuwirken, die Armut auszurotten: „Wir brauchen ein besseres Verständnis darüber, welche Auswirkungen Aktivitäten von Geschäften wie unserem auf das Leben der Armen hat“, formulierte Unilever-Chairman Patrick Cescau.

Die Untersuchungen brachten überraschende Ergebnisse: So verdrängt Unilevers Engagement keineswegs inländische Unternehmen. Zudem sind in Distribution und Verkauf der Produkte mehr Menschen beschäftigt sind als in der Supply Chain, also der Lieferkette von Rohwarenbeschaffung bis zum Endprodukt. Oxfam erkannte an, dass sich Unilever Indonesia mit seiner Abhängigkeit von lokalen Lieferanten, Mitarbeitern, Vertriebspartnern und einem langfristigen Geschäftsansatz sehr stark unterscheidet von Rohstoff- oder Export-Unternehmen. 

So hat Unilever mit der indonesischen Universität und der holländischen Rabobank zusammengearbeitet, um die Qualität der Saaten zu verbessern, Kredite zu vermitteln und den Bauern Abnahmegarantieren zu bestimmten Preisen zu geben. Dieser neue Ansatz hat eine zunehmende Zahl an Produzenten angezogen und dem Unternehmen mehr einheitliche Lieferungen für die schnell wachsende Sojasaucen-Marke Kecap Bango gebracht. 

Viele Fragen bleiben nach der Kooperation offen: Was ist ein fairer Preis? Wie viel höher als der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn sollte der Lohn eines multinationalen Unternehmens sein? Ist Marketing für arme Verbraucher hilfreich oder beutet es sie aus? Am Ende bleibt auf beiden Seiten die Einsicht: Armut muss von verschiedenen Richtungen aus angepackt werden. Trotz aller Meinungsunterschiede und schmerzvollen Verhandlungen sagen Unilever und Oxfam, sie hätten mehr Gemeinsamkeiten gefunden als erwartet. Es mag nur ein erster Schritt gewesen sein, aber es ist ein ausgewachsener Ansatz zu verstehen, wie die Globalisierung die einfachen Menschen betrifft.

Weitere Informationen

Externe Links

www.oxfam.org.uk
www.unilever.com