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Unilever setzt sich für Nachhaltigkeit beim Palmölanbau ein

06/05/2008 : Ab 2015 nur noch zertifiziertes Palmöl - CEO Patrick Cescau kündigt neue Initiative an

Unilever setzt sich für Nachhaltigkeit beim Palmölanbau einNachhaltigkeit war und ist für Unilever zentrales Anliegen – nicht nur um eine stabile Versorgung der Supply Chain, sondern auch um ein verantwortungsvolles Handeln des Unternehmens zu sichern, das die wachsenden Bedenken von Kunden und Verbrauchern in aller Welt berücksichtigt.

Anknüpfend an frühere Erfolge in der Nachhaltigkeit für Fisch und Tee hat Unilever-Chef Patrick Cescau nun angekündigt, dass das Unternehmen sich verpflichtet, den gesamten Bedarf an Palmöl ab 2015 von Lieferanten zu beziehen, die für nachhaltigen Anbau zertifiziert sind.

Was steckt dahinter? Warum ist Palmöl so wichtig für Unilever? Hier einige grundlegende Informationen:

Ursprung

Palmöl ist ein Pflanzenöl, das aus der Frucht der Ölpalmenbäume gewonnen wird. Die Bäume können etwa 25 Jahre genutzt werden. 2007 lag die Produktion von Palmöl bei etwa 38 Millionen Tonnen – bei einem Wachstum von jährlich zwischen 6% und 10%. Palmöl steht für mehr als ein Drittel des weltweiten Pflanzenölmarktes.

Beschaffung

Ölpalmen wachsen unter equatorialen Bedingungen in Asien, Lateinamerika und Afrika, doch über 75% des weltweiten Angebots stammt aus Malaysia und Indonesien in Südostasien. Seit den 90er-Jahren nahm die für den Palmölanbau genutzte Fläche um etwa 43% zu. Die stetig steigende Nachfrage nach Öl ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zwei Gründe stehen dabei im Mittelpunkt: Zum einen die Verwendung von Palmöl für die Produktion von Biotreibstoffen, zum anderen der wachsende Bedarf in Schwellenländern, vor allem China und Indien.

Bislang ist dieses Wachstum größtenteils nicht nachhaltig, denn Plantagen wurden durch Brandrodung von Regenwald geschaffen oder erweitert. Dies kostet einen hohen Preis sowohl für den lokalen Lebensraum als auch für den Klimawandel. Risiken bestehen für die luftreinigende Aufgabe der Wälder und die Tiere in der Wildnis, einschließlich der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans.

Die steigende Nachfrage spiegelt sich in den Kosten wider: Die Preise für Palmöl haben sich in den letzten 18 Monaten mehr als verdoppelt – von 600 US-Dollar 2006 auf heute 1.250 US-Dollar pro Tonne.

Unilevers Rolle

Unilever verwendet Palmöl seit vielen Jahren in seinen Produkten. Es ist ein vielseitig einsetzbares Fett. Es ist reich an einfach gesättigten Fettsäuren, kann Raffination bei hohen Temperaturen aushalten und ermöglicht die Isolation einzelner Komponenten zur Verwendung für spezielle Produktanforderungen.

Das Unternehmen kauft jährlich etwa 1,6 Mio. Tonnen Palmöl und dessen Derivate. Das steht derzeit für etwa 4% des weltweiten Angebots. Allerdings nahm während der vergangenen fünf Jahre der von Unilever gekaufte Anteil an Palmöl ab.

Palmöl kommt in vielen Unilever-Produkten zum Einsatz, vor allem in Brotaufstrichen, aber auch in Suppen, Saucen und Bouillons sowie in Eiscreme. HPC benutzt Palmöl für Seife, während Palmölderivate sowohl in Waschmitteln als auch in Personal Care Produkten eingesetzt werden.

Weil mehr als zwei Drittel der Rohstoffe für Unilever-Produkte aus der Landwirtschaft stammen, hat das Unternehmen an klares Interesse daran, wie Saaten einschließlich Palmöl angebaut werden. Eine sichere, nachhaltige Supply Chain ist lebenswichtig für die künftige Versorgung und den anhaltenden Erfolg des Geschäfts.

Verantwortungsvoller Ansatz

Schon 2004 war Unilever einer der Gründer des globalen “Runden Tisches zu nachhaltigem Palmölanbau” (RSPO) und hat in diesem Forum derzeit den Vorsitz. Diese von der Industrie geführte Gruppe wurde auf Initiative der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) gegründet. Zu anderen NGO-Partnern gehören Oxfam und Sawit Watch, ein indonesisches Netzwerk von NGOs, das zur Bekämpfung der Ausbreitung von Palmölplantagen gebildet wurde.

Der RSPO – zu dessen Mitgliedern auch globale Palmölverarbeiter und die wichtigsten Besitzer von Palmölplantagen gehören - hat Kriterien für die nachhaltige Produktion von Palmöl vereinbart. 2007 verabschiedete er ein Programm zur Zertifizierung und das erste Palmöl aus zertifiziert nachhaltigem Anbau wird im Laufe dieses Jahres verfügbar sein.

Das bedeutet, dass Unilever sich nun das Ziel setzen kann, sein gesamtes Palmöl aus zertifiziertem Anbau zu kaufen.

Als “wegweisend” beschrieb Prinz Charles Unilevers Entscheidung am 1. Mai auf einer Veranstaltung in London, auf der CEO Patrick Cescau die Selbstverpflichtung bekannt gab. Der Prinz betonte auch die „entschlossene und prinzipientreue führende Rolle”, die Unilever in den letzten Jahren beim Thema Nachhaltigkeit gezeigt hat.

Nichtsdestotrotz bleibt noch eine Menge Arbeit, um aus der Selbstverpflichtung Wirklichkeit werden zu lassen. Die Schaffung einer nachweisbaren Versorgung wird Regierungen, NGOs, die Industrie selbst und eine Reihe weiterer interessierter Gruppen beschäftigen.

Ihre gemeinsamen Anstrengungen werden nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch die Erträge um bis zu 50% steigern. Dies wird helfen, die Wirtschaft der produzierenden Länder und den Lebensunterhalt der in diesem Wirtschaftszweig Beteiligten zu schützen. Außerdem wird die steigende Nachfrage – zumindest für Produkte des täglichen Bedarfs – befriedigt werden, ohne existierende Plantagengebiete auszuweiten.


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