Nachhaltiger Bau in Hamburg

Die Nachhaltigkeitsaspekte – Ökologie, Soziales und Ökonomie – wurden in diesem Gebäude perfekt umgesetzt.

Das Unilever-Haus am Strandkai

Unilever-Haus HamburgNach nur dreijähriger Planungs- und Bauphase zog Unilever im Juni 2009 in das neue Gebäude in der Hamburger HafenCity. Auf 30.000 Quadratmetern bietet das Haus Arbeitsplätze für etwa 1.200 Mitarbeiter.

Schon beim Betreten strahlt das Gebäude Leichtigkeit und Vitalität aus – und schlägt damit ein neues Kapitel der Unilever-Unternehmensgeschichte auf. „Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern am attraktiven Standort HafenCity einen Neubau beziehen zu dürfen, der einzigartig und hochmodern ist. So hat das Gebäude den Gold Standard im nachhaltigen Bauen erreicht. Es ist weltweit das erste Haus, in dem es ausschließlich LED-Beleuchtung gibt und kann daher extrem energiesparend betrieben werden. Unser neues Unilever-Haus ist ein architektonisches Highlight in Hamburg – und für uns der Start in eine neue Zukunft“, sagt Harry Brouwer, Chairman Unilever Deutschland, Österreich, Schweiz. „Außerdem unterstreicht das Gebäude unsere Unternehmenskultur: Wir sind offen, ehrlich und transparent. Insbesondere die besondere Raumaufteilung ermöglicht die Kommunikation der Kollegen untereinander für optimale Zusammenarbeit. Hier stehen die Konsumenten im Mittelpunkt, denn das Erdgeschoss ist offen für alle. Im Unilever Shop können Konsumenten und Mitarbeiter Unilever-Produkte kaufen. Das Langnese Café mit Sommerterrasse und Elbblick sorgt zudem für mediterrane Urlaubsstimmung, im Dove Spa können sich Besucher und Mitarbeiter verwöhnen lassen. Zusätzlich gibt es eine Versuchsküche und ein innovatives Trainingscenter für Profiköche.

Der Entwurf für die architektonische Gesamtentwicklung stammt von Behnisch Architekten, Stuttgart, die den Architektur-Wettbewerb für sich entschieden haben. Die Unilever- Firmenzentrale folgt den Grundsätzen nachhaltigen Bauens. Dank eines speziellen Energiekonzepts erfüllt das neue Bürohaus die ökologischen Anforderungen der nächsten Jahrzehnte und ist bereits mit dem BEX Award ausgezeichnet.

Die drei Nachhaltigkeitsaspekte – Ökologie, Soziales und Ökonomie – wurden in diesem Gebäude perfekt umgesetzt:

Das Ökologische

Bereits im Entwurfsstadium wurde bei der Anordnung der einzelnen Ebenen auf eine optimale Tageslichtausbeute in allen Bereichen geachtet. Die Anordnung einzelner Gebäudebereiche folgt den Vorgaben optimaler mikroklimatischer Bedingungen. Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, über manuell regelbare Heizkörper und individuell einstellbaren Sonnenschutz und Blendschutz sowie öffenbare Fenster Einfluss auf sein direktes Arbeitsumfeld zu nehmen. Aufgrund der exponierten Lage direkt am Kreuzfahrtterminal ist das Gebäude den Emissionen der Dieselgeneratoren dort liegender Schiffe ausgesetzt. Für die Lüftung ist daher ein Hybridsystem vorgesehen: Die Grundbelüftung erfolgt mechanisch über einen Druckluftboden, wobei die Zuluft über ein Filtersystem in die Bürobereiche und von dort in das Atrium geleitet wird. Im Dachbereich ist das Atrium mit Wärmetauschern ausgestattet, so dass Wärme zurück gewonnen werden kann. Durch die Begrünung des Daches wird verhindert, dass sich das Gebäude durch Sonneneinstrahlung zu sehr aufheizt. Und den Mitarbeitern bietet sich eine weitere Möglichkeit, an einem ungewöhnlichen Ort Meetings zu halten oder in der Mittagspause einmal draußen auf der Dachterrasse die Gedanken baumeln zu lassen.

Ein herausragendes Beispiel ist darüber hinaus die auch optisch eindrucksvolle Außenhaut aus ETFE-Folie, die ein Windschutz für unseren Sonnenschutz ist. Sie ermöglicht es, die Jalousien außen zu haben, und so können diese auch bei in der HafenCity üblich stärkeren Winden von bis zu 80 km/h unten bleiben. Eine moderne Betonkernkühlung sorgt außerdem bei hohen Außentemperaturen dafür, dass es im Gebäude nicht zu heiß wird. Deshalb ist keine Klimaanlage nötig. Sowohl für die Grundbeleuchtung des Hauses als auch für die Arbeitsplätze kommt ein neu entwickeltes SMD-LED-System zum Einsatz, das im Stromverbrauch bis zu 70 % effektiver als handelsübliche Halogen- oder Metalldampflampen ist. Der im Unilever-Haus wie auch in den deutschen Werken verwendete Strom ist „dunkelgrün“ und kommt aus Wasserkraft. Um auch Wasser zu sparen, sind im ganzen Haus wasserfreie Urinale eingesetzt.

Das Soziale

Dieses Gebäude ist das erste Unilever-Haus, das auch die Nähe zum Konsumenten sucht. Dieser Fokus auf den Konsumenten ist auch zentraler Bestandteil unserer Unternehmensvision. Wir laden den Konsumenten ein, unsere Marken zu erleben – ob im Dove Spa, dem Unilever Shop, in dem alle unsere Produkte, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf dem Markt sind, zu kaufen gibt. Auch das Langnese Café ist eine bisher nicht dagewesene Art, die Marke zu erleben. Ein Beispiel für die Offenheit und Transparenz des Gebäudes ist, dass die Belegung der Stockwerke nicht hierarchisch ist, sondern durchmischt wurde. Ein Beispiel: Marketing-Bereich und der Sales-Bereich befinden sich in der Mitte des Gebäudes, so dass deren Mitarbeiter unkompliziert und schnell miteinander reden können. Um diesen Kernbereich herum befinden sich alle anderen Abteilungen, die die Aktivitäten von Marketing und Verkauf unterstützen. Bei den zahlreichen Change-Projekten, die es seit Ende der 90er Jahre bei Unilever Deutschland, Österreich und der Schweiz gegeben hat, war der Umzug in das neue Gebäude sicherlich der wichtigste Schritt. Für uns und die Architekten war es sehr spannend zu beobachten, ob die neu geschaffenen Meetingpoints auch der gewünschten Aufgabe gerecht werden. Sorgen waren absolut unbegründet, denn innerhalb kürzester Zeit fanden die Meetingpoints Anklang bei allen Mitarbeitern und werden bis zum heutigen Tage intensiv benutzt.

Als Fast-Moving-Consumer-Goods-Unternehmen gilt es eben „fast“ zu sein und schnell reagieren zu können. Hierbei helfen auch die Open-Space-Büros. Dies gehört alles zum Basiskonzept des „Agile Working“, das bei Unilever weltweit eine zentrale Rolle spielt. Hierbei geht es Neben Flexibilität auch um eine Arbeitsatmosphäre, die sowohl „energising“ als auch „inspiring“ ist. Dass dies bei den Mitarbeitern sehr gut angekommen ist, zeigte auch ein Satz unseres globalen Vorstandsvorsitzender Paul Polman bei seinem ersten Besuch im September 2009. Anlässlich der offiziellen Eröffnung des Neubaus sprach er zu mehr als 1000 Mitarbeitern von der Brücke in der Mitte des Gebäudes: „This is the first time I see so many Germans smile.“ Das positive Arbeitsumfeld wird darüber hinaus durch das Langnese Café oder unser Mitarbeiter-Restaurant unterstrichen, dessen Terrasse direkt an der Elbe liegt. Auch das Fitness Center mit Blick auf die Elbe trägt seinen Teil zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei.

Das Ökonomische

Dieses Gebäude, obwohl es in jeder Hinsicht besser ist als das vorherige, erspart uns jedes Jahr Millionen Euro an Unterhaltskosten und Miete.

Schon zahlreiche Auszeichnungen hat das Unilever-Haus bekommen, unter anderem den BEX Award, das Umweltzeichen der HafenCity in Gold für nachhaltiges Bauen und beim World Architecture Festival in Barcelona den Preis für das beste Bürogebäude der Welt. Am besten charakterisierte Ole von Beust, Hamburgs Erster Bürgermeister, das Gebäude bei dessen Eröffnung: „Wenn ich nicht schon im Rathaus säße, würde ich sagen: Dies ist der beste Arbeitsplatz in Hamburg!“.